Beitrag 1 von 3 (Januar) - Ach echt, "Pura Vida" in Costa Rica? Na dann los!
Bevor es nach La Fortuna gehen soll, steuerte ich erst den Pazifik an, wo ich, am Strand, das neue Jahr willkommen heißen wollte. Nach etwas Recherche fand ich heraus, dass die playa grande, nördlich vom tobenden Tamarindo gelegen, ein wirklich schöner und ruhiger Strandabschnitt sei. Mittels Fähre ging es also ab Puntarenas rüber an die playa naranja und bei Einbruch der Dunkelheit war ich im Ort Nicoya angekommen. Billige Absteige für 12 USD. Und fürs gleiche Geld Abendessen bei Burger King, mit dem ich mir den Magen sehr übel verstimmte! Nach diversen Schweißausbrüchen, Schüttelfrost und Sonstigem war gegen 2 Uhr Ruhe und ich fand etwas Schlaf.
Ich konnte am Montag (30.11.) Nicoya nicht schnell genug verlassen. Bloß weg hier! Kurze Kaffeepause im etwas netteren Santa Cruz - wäre ich am Vortag bloß die 21 Km weitergefahren - um gegen 13 Uhr in playa grande einzutreffen. Mit richtig viel Glück kam ich im Playa Grande Surf Camp unter: es hatte eine Gruppe gebucht, die aber nicht gekommen ist. Die Anlage ist wirklich sehr hübsch: wieder eine Handvoll Kabinen und Hängematten. Einen Pool hat es auch und die Pächter Rebecca und Matt sind unglaublich gastfreundlich. Ob ich im neuen Jahr einen Surfkurs belege, steht jetzt noch in den Sternen. Aber auf jeden Fall habe ich es mir tatsächlich kurzfristig vorgenommen. So setzt man Meilensteine! Hahaha! Update folgt…
Nach dem Check-In schaute ich mir noch Tamarindo an. Wäre ja beinahe die Alternative für Sylvester geworden. Wirklich Einiges los. Im Gegensatz zu Puntarenas, wo überwiegend Mittelamerikaner die Festtage feierten, bevölkerten eher ausländische Touristen die Straßen in Tamarindo. Nein, playa grande passt schon. Die Besonderheit zur Fahrt nach Tamarindo: es gibt 2 Möglichkeiten. Entweder regulär über Straße die etwas über 20 Km zurücklegen und gute 30 Minuten opfern oder aber einfach ein Wassertaxi nehmen. Kostenpunkt 1 USD und dauert 1 Minute, ausschließlich etwaiger Wartezeiten. Geht aber leider immer nur bis 17 Uhr - wieder wegen der Schildkröten.
Den letzten Tag in 2013 heute am Strand war unglaublich entspannt. Das Wasser sehr angenehm und ich übte mich schon mal im Salzwasser-Schlucken. Muss gekonnt sein! Die 3 Restaurants im Ort sind völlig ausreichend und einen kleinen (etwas überteuerten) Supermarkt hat es auch. Jedoch kleiner Rückschlag: aufgrund der Schildkrötenbrutzeit ist der Strandaufenthalt nach 18 Uhr nicht mehr erlaubt. Wenn das Mal kein Strich durch die Rechnung ist! Mist! Eine Taxifahrt nach Tamarindo kostet 25 USD. Mal schauen…
13. Januar 2014 - Beitrag 2 von 3
Auch das nächste Land in Mittelamerika wäre quasi geschafft. Costa Rica war endgültig ein Besuch wert. In der Tat nicht ganz so günstig wie sonst in Mittelamerika, aber wann ist man wieder mal in Costa Rica? Außerdem habe ich selber es nicht wirklich so arg gespürt, da ich in den vorherigen Ländern nicht zwingend "low budget" unterwegs war.
Mein vorheriger Post kam ohne Kartenupdate - das hole ich jetzt nach. Start also in San Juan del Sur (Nicaragua), über Playa Grande (Stand des letzten Beitrages) bis einschließlich ganz aktuell dem Grenzübergang nach Panama.
In meinem letzten Beitrag ging es in der Überschrift um "Pura Vida". Das ist der Leitspruch hier für Costa Rica. In San José habe ich sogar jemand kennengelernt - den Parkwächter Jorge, der 2 Tage lang meine Harley nachts hütete - der sich nicht mit Tschüss sondern mit Pura Vida (das wahre Leben) verabschiedete. Klingt komisch. Mit der Zeit geht es einem echt auf die Nerven! Überall Pura Vida. Wird, marketingtechnisch gesehen, natürlich voll ausgeschlachtet! Denke, die Leute hier merken es nicht mal mehr...
Zurück zum Anschluss an den letzten Stand: meine Silvesternacht war ganz nett. Großartiges hatte ich mir nicht vorgenommen. Sonst wäre ich nicht in Playa Grande gelandet. Im Surf Camp habe ich die Bekanntschaft von Christin aus Vancouver Island gemacht. Mit ihr ging es Abends in ein Restaurant. Kurz nach 23 Uhr machten wir uns auf den Weg in die "Dorfdisko", verliefen uns jedoch und kamen zwangsläufig am Strand vorbei. Sollen wir? Ja! Wir wollten uns benehmen (und die Schildkröten nicht weiter stören). Es offenbarte sich mir ein Himmel, wie ich ihn noch nie gesehen hatte. Unmengen von Sternen. Und zum ersten Mal in meinem Leben sah ich Sternschnuppen. Eigentlich gleich mehrere! Um Mitternacht ging es dann im benachbarten hell erleuchteten Tamarindo los, was zum Greifen nah erschien: eine gute halbe Stunde lang gingen dort Knallkörper hoch.
Happy New Year!
Am ersten Tag des Jahres etwas Besonderes vornehmen, das war vor einigen Tagen noch so ein Gedanke von mir. Ist doch ein Tag wie jeder andere... Nicht ganz, ich bin gerade in Costa Rica. Getreu dem Motto "pura vida" suchte ich am nächsten Tag Matt auf, um ihn um einen Surfkurs zu bitten. Was soll's? Das Schlimmste was jetzt passieren kann, ist dass ich mir später ein Board kaufen muss (passiert mir bei jedem meiner Hobbys). Hahaha! Und gegebenenfalls einen weiteren Schwerpunkt für meinen Roadtrip habe - denn ein paar Strände stehen mir ja noch bevor.
Nach der zweiten Welle habe ich auf dem Board gestanden. Hurra! Ist gar nicht so schwierig. Geübt sein muss das Paddeln, später auch das Sitzen wenn man draußen im Meer auf eine Welle wartet. Alles eine Sache des Gleichgewichtes, sowie der Ausdauer, die ich aktuell ganz klar nicht hatte. Dennoch konnte ich, auch Nachmittags, nicht genug vom Wellenreiten bekommen. Alles in allem ein echt schöner erster Tag im neuen Jahr!
Kurzfristig beschloss ich auch noch den 2. Januar in Playa Grande zu verbringen. Da der Wellengang sehr unzufriedenstellend war - am Vormittag war kein einziger Mensch draußen - widmete ich mich dem Baden und der Hautbräunung.
Am 3.1. wollte ich die Stadt Fortuna am Arenal See erreichen, jedoch ging der Plan nicht ganz auf. Ich machte beim Packen die Bekanntschaft eines Schweizers, dem schon die letzten Tage mein deutsches Kennzeichen aufgefallen war und nun froh war, dass er mal jemand antrifft. Wenn man über Gott und die Welt redet, vergehen bekanntlich Stunden. So sollte es auch in meinem Fall sein - plötzlich war es 13 Uhr und mein Plan von Fortuna gestorben. Aber alles halb so schlimm.
Am folgenden Tag unmittelbar nach Tilarán, wo ich auf dem Weg nach Fortuna die Nacht verbrachte, ging es über Nuevo Arenal. Hier gibt es eine recht bekannte deutsche Bäckerei, die ich mir zum Pit Stopp machte. Als ich dann eintraf, blieb es (leider) nicht bei Gebäck und Kaffee. Viel zu lecker klang alles andere auf der Karte! Ich muss zwar gestehen, dass es mir nicht zwingend fehlte, aber ich ließ es mir nicht nehmen, Leberkäse mit Spiegelei und Schwarzbrot zu bestellen. Bin mir nicht mehr ganz sicher (hahaha), aber ich glaube es schmeckte fast wie Zuhause.
Es lag auf der Hand, dass ich auch das Team kennenlernen durfte. Andrea bediente mich ausgesprochen nett und hatte zwischendurch Zeit für ein Pläuschchen. Und Thomas, der Eigentümer, hat etwas übrig für Biker und wir haben uns auf Anhieb verstanden.
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