286-rot

Eine Roadtrip mit der Harley durch Nord- und Mittelamerika



Fortsetzung...

Beitrag 2 von 3 (Januar) - So fühlt sich das "wahre Leben" in Costa Rica an


Auch in Nuevo Arenal verging die Zeit wie im Flug. Ob die rechtzeitige Ankunft in Fortuna gefährdet ist? Ich wollte mir Zeit nehmen, um ein Hotel zu finden und wollte aber vor allem die Strecke um den Arenal See genießen, die bekanntlich recht kurvig und schön ist. Also nichts wie los, bevor mich die Nacht erwischt! In vollen Zügen genoss ich die 46 Km ab Nueva Arenal, die qualitativ etwas besser wurden als dich Strecke vom Vormittag ab Tilarán. Ungewollt landete ich in Fortuna direkt vor dem Verkaufstand von PACR

(Paradise Adventure Costa Rica), wo glücklicherweise auch Johnny gerade Dienst hatte. Soviel Glück auf einmal muss man haben! Mit Johnny hatte ich bereits im alten Jahr gemailt. Der Grund war, dass ich mir überlegt hatte, mit PACR Wakeboard fahren zu gehen. Zum einen ist es wieder eine Weile her seit dem letzten Mal, dann geht es hier nicht um eine Seilbahn sondern man wird vom Boot gezogen. Vor allem geht es mir aber um die Exklusivität: Wakeboardfahren am Arenal See, mit dem Arenal Vulkan im Hintergrund. Oh ja!


Um mir das Leben nicht unnötig schwer zu machen, blieb ich auch gleich im benachbarten Hotel La Amistad, in welchem Johnny ein Einzelzimmer für mich klar machen konnte.


Das Thema Wakeboard reihte ich an diesem Tag jedoch hinten an: da der Spaß mit 200 USD pro Stunde nicht gerade günstig ist, wollte ich definitiv einen sonnigen und weniger windigen Tag abwarten. Sah in dem Augenblick nicht ganz danach aus. Und es wurde auch in den beiden nächsten Tagen nicht besser. Jedoch buchte ich gleich bei Johnny eine Canopy Tour (auch Zip-Lining) für den nächsten Tag. Wie ich schon vorher beschrieben hatte, ist die Fülle an Aktivitäten in Costa Rica schier unendlich. Dazu zählt eben auch Canopy. Ist ein Must-Do für Costa Rica, zumal das Land auch wirklich die adäquate Kulisse bietet - immergrüne Dschungelwälder mit entsprechenden Anhöhen. Mit einem Unkostenbeitrag von 65 USD war ich dabei. Nicht wenig, aber das muss schon sein.


Entgegen meiner Erwartungen war das Zip-Lining recht simpel. Man hängt an Sicherungen und gleitet über Baumkronen hinweg. Während der Fahrt die Richtung halten - Drehungen wären öde - und rechtzeitig abbremsen. 12 Drahtseile hielten uns circa 3 Stunden beschäftigt. Dass die längste Strecke 980 Meter betrug und dass es auch mal bis auf eine Höhe von 135 Metern hinausging, störte nicht weiter. Wie schon gesagt, ein Must-Do!


Den dritten (und letzten) Tag in Fortuna ging ich etwas ruhiger an. Ich besuchte den Nationalpark des Arenal Vulkans, der eigentlich nur eine kleine Wanderung bis circa 500 Meter vor der Vulkanwand ermöglicht. Und den Tag ließ ich in den Baldi Thermalbädern ausklingen. Wieder einer von diesen Tagen, die kein Ende nehmen müssten: stellenweise sind die Outdoorbecken bis 53 Grad Celsius warm. Sogar die natürlich erzeugte Sauna ließ ich mir nicht nehmen. Im Eintrittspreis ist ebenfalls eine Buffet-Mahlzeit enthalten. Schönes Paket, genau richtig! Nach dem Abendessen hatte ich die Schnauze noch immer nicht voll und schmiss mich wieder in Badesachen. Bis kurz vor Ladenschluss, 22 Uhr, ging ich nochmals meine Lieblingsbecken an. Tipp für zukünftige Costa Rica Reisende: Voucher in Fortuna kaufen und nicht an der Kasse direkt (40 statt 51 USD).


Fotos zum Canopy-Ausflug, aus Fortuna (Stadt und Baldi Thermen) und am Arenal Vulkan:













Die beiden nächsten Tage wollte ich in San José verbringen. Hauptstädte sind zwar, stellenweise schon in den USA, ein No-Go gewesen, aber für Costa Rica wollte ich eine Ausnahme machen bzw. einen Versuch starten. Außerdem wollte ich den Harley Dealer aufsuchen, da ich mir nicht mehr ganz sicher war ob mein Vorderreifen noch bis Panama halten würde. Die Strecke ab Fortuna war nicht ganz ohne. Erschwerend kam hinzu, dass es den ganzen Vormittag vom Dienstag (7.1.) regnete - wie soll ich da die Strecke durch die Cordillera de Tilarán geniessen? Zumal ich etwas höher hinauf auf gute 2.000 m.ü.NN. kommen würde und somit mit Dauernebel und Kälte rechnen musste. Hilft alles nichts. Gegen 13 Uhr kehrte ich Fortuna und dem Arenal See den Rücken.


Ich erreichte wohlerhalten die Hauptstadt San José gegen 17 Uhr und war noch am selben Abend startklar für einen Innenstadtrundgang. Am nächsten Tag ging es zu Harley-Davidson, von hier aus zum Barbershop gleich um die Ecke, da die Jungs diese gute Empfehlung parat hatten. Wie schlimm muss ich wohl ausgesehen haben?! Oder vielleicht waren die Jungs auch nur neidisch, denn sie haben intern eine Wette am Laufen: lassen die Bärte seit nun 3 Monate wachsen und sind soweit wie ich nach 3 Wochen. Hahaha Hahaha!


Den Rest des Nachmittages verbrachte ich erneut in der City.


Auf die Abreise freute ich mich irgendwie. Auch die Hauptstadt Costa Ricas riss mich nicht vom Hocker. Und außerdem konnte ich es kaum erwarten, zurück auf die Panamericana zu kommen. Wenn schon die Strecke durch die Cordillera vor San José nicht so schlecht war, der beste oder besser gesagt anspruchsvollste Teil sollte südlich von der Hauptstadt kommen: mit noch mehr Höhenmeter (knapp unter 3.000 Meter) und Kälte, sowie wieder dichtester Nebel und stellenweise leichter Regen, aber vor allem wieder sehr kurvenreich.


Fotos vom Besuch bei Harley-Davidson, aus San José und von der Panamericana südlich von San José:



 

roadtrip-2013_00362
roadtrip-2013_00363
roadtrip-2013_00364
roadtrip-2013_00368
roadtrip-2013_00367
roadtrip-2013_00369
roadtrip-2013_00365
roadtrip-2013_00366
roadtrip-2013_00377
roadtrip-2013_00376
roadtrip-2013_00370
roadtrip-2013_00371
roadtrip-2013_00372
roadtrip-2013_00373
roadtrip-2013_00374
roadtrip-2013_00375
roadtrip-2013_00378
roadtrip-2013_00379

Navigation

Layout and Content Copyright © 2003-2023 Carlos D. Lopes, except where specified otherwise | Admin

Counter