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Eine Roadtrip mit der Harley durch Nord- und Mittelamerika



Route 66. Tolle Nebeneffekte. Die Ruhe vor dem Sturm?

15. September 2013 - Beitrag 4 von 5


Am besten ich beginne gleich mal mit einem Kartenupdate. Denn das hin und her springen hat vermutlich doch den einen oder anderen Leser etwas verwirrt.


Natürlich bin ich erst in Chicago gewesen, weil eben auf dem Weg nach Milwaukee, sprich vor der Harleyfeier. Und weil es zeitlich passte.


Warum ich danach nach Chicago zurückkehrte lag zwar auch an meinem Kundendienst bei Harley aber eher weil die Route 66 eben in Chicago anfängt.


Es folgen also 2 Karten, als Fortsetzung ab Huntington (WV) - siehe den letzten Beitrag im August - mit ganz aktuellem Stand vom 14.9. (Clayton, NM):









Aber jetzt dann mal von Anfang an. Das letzte Mal berichtete ich auf dem Weg nach Springfield (IL), entlang der Route 66. Mehr oder minder kann man tatsächlich die berüchtigte Straße abfahren. Ganz besonders im Staat Illinois, da hier die Ausschilderung nahezu perfekt ist. Das hatte ein Ende als ich in St. Louis (MO) in Missouri einfuhr. Dazu kommt noch, und das muss ich loswerden, dass die Route 66 kaum Spaß gemacht hat. Überwiegend Schnellstraßen, größtenteils parallelverlaufend mit der Interstate. Wo bleibt da der Reiz? Eher muss ich ständig darauf achten, ob ich Auto- oder Truckfahrer hinter mir habe, die vermutlich glauben, sie seien auf der Interstate (und entsprechend schnell fahren)! Die Route 66 verläuft ein paar ganz wenige Meilen durch Kansas, dann nimmt man Kurs auf Oklahoma. Nicht mehr ganz so eintönig wie in Missouri, aber kein Vergleich zum Start. Da bleibt einem nichts anderes übrig als wieder Zuflucht in den Attraktionen entlang der Straße zu finden. Bis hin zu den Hotelübernachtungen: ich suche mir gezielt die kultigen Motels aus. Schon in Lebanon (MO), im Munger Moss von Ramona und ihrem Ehemann, hatte ich einen Riesenspaß, mich mit der Hausherrin bei frisch gebrühtem Kaffee über vergangene Zeiten zu unterhalten. Spannend wurde es hier besonders, weil sie alles mit zum Teil richtig alten Fotos belegen konnte.


Am Beispiel der Kleinstadt Lebanon (MO) kann man übrigens gut erkennen, was die Interstate eigentlich angerichtet hat. Wer den Zeichentrickfilm "Cars" von Pixar gesehen hat, wird sich über die folgende Stadtkarte (s. Foto) nicht wundern. Denn im besagten Film wird schön deutlich, was passiert wenn plötzlich der Straßenverkehr umgeleitet wird...







Was sich in Hülle und Fülle entlang der Route 66 findet, sind stillgelegte und zum Teil hergerichtete Tankstellen. Immer wieder ein Foto wert. In Miami (OK) verbinde ich eine kurze Pause mit der Besichtigung eines Museums. Hier geht es, neben einer kleinen aber sehr feinen Ausstellung an Motorrädern, größtenteils um die Vorstellung des Daredevils Evel Knievel (berüchtigter Stuntman aus den 70er Jahren; führt noch immer im Guinnessbuch der Weltrekorde mit 433 Knochenbrüche).
















In meinem ersten Bericht zur Route 66 war ich mir noch nicht sicher, wann genau ich sie für den Norden verlassen würde. Mittlerweile hatte ich bestimmt, dass ich bis Tulsa (OK) fahre, um dort dann die nördliche Richtung einzuschlagen. Kansas und Nebraska bieten wirklich nicht besonders viel und somit möchte ich über Wichita (KS) und Dodge City (KS) nach Colorado.


Aber ich werde dann etwas "aufgehalten"! Es passiert genau das, wonach ich mich schon die ganze Zeit sehnte. Ich mache die Bekanntschaft von James und Victor, zwei Harleyfahrern aus Tulsa. Ich war nur kurz zwecks Frühstück bei Tally's - wieder eine Attraktion entlang der Route 66. Danach sollte es nach Kansas gehen. Man kommt vor dem Diner ins Gespräch und schon laden die beiden mich ein, mit ihnen zum Flohmarkt (für Motorradteile) zu fahren. Klar! Warum nicht? Dort ergibt sich ein neues Ziel. Bei Hooters steigt die Party! Inklusive Showbikes und Musclecars. Das ist eigentlich mein Ding!


Auf geht's zu Hooters! Ich bin mir übrigens sehr sicher, dass die Mädels ganz bestimmte Kriterien erfüllen müssen, um bei Hooters zu arbeiten. Zumindest in Tulsa.


Das war schon alles gut genug, aber es sollte noch nicht reichen. Noch bei Hooters wurde ich persönlich auf die nächste Party eingeladen. Denn es hatte sich rumgesprochen, dass die schwarze Sportster mit dem fetten Frontreifen und deutschem Kennzeichen mir gehörte. Dann wird man schon mal gerne persönlich angesprochen. Yes! Nachmittags sollte in der "Dirty Knuckle Tavern" gegrillt werden. Und ich darf nicht fehlen! James, Victor & Co. sind natürlich mit am Start. Die Bar ist der Hammer! Noch mehr Leute. Tolle Gespräche, viel gelacht. Man will mir sogar ein (ziemlich cooles) Shirt der Bar nach Deutschland schicken. Habe ich für Februar bestellt, wenn ich dann wieder zuhause bin. Mal sehen, ob es kommt!


Hier hat man dann zum wiederholten Mal auf mich eingeredet, warum ich denn nach Kansas möchte und das wunderschöne Arkansas auslasse. Was nun kommt, sprengt den Rahmen. Victor und James nehmen sich den Folgetag (Montag 9.9.) und würden mich nach Arkansas begleiten. Eine Tagestour! Megamäßig! Da kann ich nicht nein sagen. Und wir erinnern uns: ich bin flexibel. Und eigentlich auf genau solche Erlebnisse aus. Also bleibe ich in Tulsa. Und darf für die beiden kommenden Nächte bei James und Melly übernachten.Toll! Ich lerne noch Amanda kennen. Sowie Thorsten (ehemals aus Deutschland). Und ja, auch mein Deutsch funktioniert noch. Obschon die ersten 10 Minuten verdammt anstrengend waren!!


Die Tagestour endete in einem Höllenritt. Vermutlich hatten wir uns zuviel vorgenommen, aber wir kamen recht spät am Montagabend nach Hause. Mann, habe ich gut geschlafen! Die Strecke ist übrigens oben in der zweiten Karte eingetragen - die Schleife ab Tulsa (OK).


Nach ganzen zwei Tagen sollte ich die Jungs und Mädels wieder in Ruhe lassen. Kansas, ich komme! Wie schon oben erwähnt, ist das Ziel aber Colorado und die Rocky Mountains. Ich will unbedingt Colorado Springs und Denver sehen.


Nein, man hat mir nicht zuviel versprochen. Kansas hat nichts! Ich muss sogar Offroad fahren. Und ja, ganz offiziell, denn ich fahre laut Navi (Garmin). Da geht die Pumpe dann wieder ganz toll. Der Breitreifen vorne in Kombination mit Sand und Kiesel ist nicht so das Wahre.


Warum eigentlich die Ruhe vor dem Sturm? Nun ja, seit 4 Tagen hänge ich in Dodge City (KS) und Clayton (NM) rum. In Colorado hat es in der vergangenen Woche dermaßen viel geregnet, dass es zu Erdrutschen und schlimmen Überschwemmungen kam. Es wurden Straßen weggespült und leider gab es auch Tote. Einschließlich diesem Wochenende ist keine Besserung in Sicht. Es kann ab kommendem Dienstag besser werden, aber wie genau wird solche eine Wettervorhersage schon sein.

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