27. Oktober 2013 - Beitrag 3 von 4
Am 17.10. habe ich endgültig die Route 66 verlassen. Diese Hälfte, die in Los Angeles startet, hat aber wie ich schon schrieb nicht ganz so viel Spaß gemacht: streng parallel zur Interstate. Und das mit entsprechendem Tempo, sprich mindestens 55 Mph. Nicht mein Ding!
Wen es also interessiert: man starte die Route 66 nur dann ab LA, wenn man sich das Beste für den Schluss aufheben möchte. Zumindest bis Tulsa (OK) kann ich garantieren, dass die Mutter aller Straßen richtig Laune macht.
In Shamrock (TX) war es dann soweit. Noch schnell Halt an der Tower Service Station/ U-Drop Inn gemacht. Sollte mein allerletzter Schnappschuss sein. Route 66 ade! Das nächste Mal mit einem 67er Ford Galaxie 500! Yeah!
Ab auf die US83 und dann nur noch eins: ein paar Meilen gutmachen. Wie der Amerikaner hier sagt: beat some miles! Ziel ist Denton (TX). Ich treffe mich nämlich mit Michael, den ich an einer Tankstelle in Colorado kennengelernt hatte. Als ich auf dem Weg zum Yellowstone Nationalpark war. War hatten damals Nummern ausgetauscht und ausgemacht, dass man sich wieder trifft da ich fast ziemlich sicher nach Denton komme. Denn in Denton gibt es Mr. Frosty, eine mehr oder minder bekannte Eisdiele. Deren Shakes standen auf meiner To-Do Liste!
Leider ist die Diele, die auch Burger verkauft - welch eine Überraschung - in die Jahre gekommen und der Besuch war eher banal.
Ich verbrachte den 19.10. in Dallas. Tolles Wetter, schöne und saubere Großstadt, super Fotos.
Am Abend war es dann soweit: ich traf Michael und seine Familie in Denton. Michael war voller Neugierde, quetschte mich aus was mein Roadtrip angeht. Ich glaube es dauert nicht lange und er ist mit seiner BMW wieder auf Tour!
Michael schenkte mir dann noch eine Landkarte der Region. Um genau zu sein von den Texas Hills. Die Gipfel werden zwar alle nicht so hoch - maximal ca. 2.500 m.ü.NN. - aber die Texaner sind verdammt stolz auf diese Gegend. Und die Karte bescherte mir tatsächlich noch richtig tolle Fahrtaugenblicke zwischen Dallas und Austin und später zwischen Austin und San Antonio (Strecken sind in meinem letzten Kartenausschnitt abgebildet). Definitiv schöner Abschluss des amerikanischen Parts meiner Reise!
Aber eins nach dem anderen. Wir waren in Denton. Über die Texas Hills erreichte ich am 20.10. Austin (TX), die wohl alternativste Stadt in Texas. Es geht soweit, dass Texaner Austin nicht mal mögen. Denn die Stadt ist anders. Sie pulsiert vor Leben, ist in vielerlei Hinsicht liberaler. Die Studentenstadt ist nun mal die amerikanische Hauptstadt der Livemusik. Sowie die Bourbon Street in New Orleans (LA) und die Beale Street in Memphis (TN) hat Austin die 6th Street. Toll! Das überragende State Capitol ist auch gleich um die Ecke gewesen.
Mein deutsches Kennzeichen und mein King Kerosin T-Shirt ließen einen Franzosen mutmaßen, dass beides zusammengehört! Toll wie sich die Sachen manchmal abspielen. Jean-Claude, seine Freunde und ich gönnten uns ein paar Bier in der Bar nebenan, quatschten über Gott, die Welt und Custom Bikes. Denn alles sind Biker; waren in Fort Worth (TX) auf einer Convention der Boozefighters. Vielleicht besuche ich ihn mal in Mécrin (Lorraine), in seiner Werkstatt (http://www.school-bar-atelier.com). Wo er tolle Starrrahmen baut, die gar nicht mal so viel kosten… Oh je, gefährlich!
Am 23.10. begab ich mich dann weiter südlich, Richtung San Antonio. Meine beiden letzten Nächte in den Staaten standen mir bevor. Am 25.10. läuft meine Aufenthaltserlaubnis ab und ich sollte besser vorher raus. Den garantierten Stress mit den amerikanischen Officers möchte ich auf jeden Fall vermeiden.
In San Antonio schob ich eher eine ruhige Kugel. Oder war ich nur innerlich aufgelöst? Jetzt schon die USA verlassen? Ich fühlte mich auch nicht wirklich für Mexiko vorbereitet. Klappt es noch mit meinem Spanisch? In letzter Zeit zwang ich mich sogar durch Telenovelas, die ebenfalls in Texas ausgestrahlt werden.
Dennoch stattete ich der Stadt einen Besuch ab. Den Riverwalk muss man sich echt anschauen! Es handelt sich um eine Fußgängerzone der besonderen Art. Und zwar weil sie eine Ebene tiefer als die Fahrbahn verläuft, entlang des San Antonio River. Absolut schön und touristengerecht eingerichtet. Dann noch zu Harley gefahren. Und 1x Hooters musste auch noch sein!
Am Abend vom 24.10. ging ich dann nochmals die Checkliste für die Grenze durch. Habe ich alle Unterlagen zusammen? Nicht nur ein Mal hat man mir gesagt, dass ich mich möglichst kurz im Grenzgebiet aufhalten sollte. Nötiges Kleingeld ist auch griffbereit. Mexiko kann kommen!
Am Freitag den 25.10. habe ich gegen 13 Uhr über die International Bridge II die Grenze in Laredo (TX) überquert.
Den ganzen Papierkram - Aufenthaltsgenehmigung, Anmeldung meiner Harley - ist mehr oder minder entspannt abgelaufen. Zum Glück habe ich, damals, im Spanischunterricht aufgepasst. Denn wieder stellte ich fest, wie toll es ist, sich anpassen zu können! Das hat sehr weitergeholfen. Nach den circa 2-stündigen Botengängen in Nuevo Laredo war ich dann endlich wieder auf der Autobahn, in Richtung dem 220 Km entfernten Monterrey.
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