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Eine Roadtrip mit der Harley durch Nord- und Mittelamerika



Fortsetzung...

Beitrag 2 von 3 (Januar) - So fühlt sich das "wahre Leben" in Costa Rica an


Es ging südwärts! Ich war wahrhaftig schon auf dem Weg nach Panama. Ist auch gut so, schließlich sind es nicht mehr ganz 2 Wochen bis zur Abreise nach Deutschland. Auf dem Weg in das letzte Land auf meinem Roadtrip wollte ich noch den kurz vor der Grenze gelegenen Corcovado Nationalpark besuchen. Mein Tagesziel für den Donnerstag 9.1. sollte also der Ort Sierpe sein, von wo aus ich den Rest planen wollte, da es mehrere Möglichkeiten gab. Vielversprechend klang jedoch eben die ab Sierpe 1,5-stündige Bootsfahrt durch das Süßwassersumpfgebiet der Drake Bucht. Ab Drake dürfte es dann wieder mit Booten und mehrstündigen Wanderungen in den Park hineingehen. Wahlweise als Tagestour. Oder auch mal über mehrere Tage; alles eine Preisfrage. Und leider scheiterte mein Vorhaben auch schon am Preis. 120 USD war mir echt zuviel und dummerweise (für den Touranbieter) traf ich in Sierpe, als ich gerade mein Bike abstellte, auf ein deutsches Pärchen, welches gerade von der Tagestour zurück kam, die sich "leider nicht wirklich gelohnt hätte". Mist! Ich ging am Abend in mich und redete mir ein, nach etwas Recherche und Preisvergleiche ab anderen Startorten, den Corcovado wieder verwerfen zu wollen. Kurzerhand nahm ich den zweitbeliebtesten Nationalpark Costa Ricas, den Manuel Antonio, als Alternative in die Planung auf.


Es hat mir schon ein wenig gestunken, dass ich gute 100 Km in die entgegengesetzte Richtung zurücklegen musste. Entscheidend war aber, dass man mir wiederholt erzählt hat, dass die südlicher gelegenen Strände am Pazifik noch besser seien als die aus Puntarenas und Playa Grande, von welchen ich doch so geschwärmt habe. Muss ich sehen! Und Costa Rica verlassen so ganz ohne Nationalpark wäre ja auch blöd.


Nun noch viel fester entschlossen, ging es am Freitagmorgen los. Eine Nacht drüber schlafen wirkte Wunder! Tschüss Corcovado, Manuel Antonio ich komme! Zwischenstopp noch im Ort Matapalo, kleines noch quasi unberührtes Fleckchen am Pazifik mit noch genauso unberührten Strandabschnitten. Je nach Übernachtungsmöglichkeiten würde ich sogar hier bleiben. Ich knipste gerade ein Foto und wollte weiter, als ein junger Kerl herbei eilte und mich auf ein Bier einlud. Aus dem Bier wurde dann auch gleich Mittagessen mit der ganzen Familie, die insgesamt 3 Zelte auf dem Acker nebenan aufgeschlagen hatte: frittierter Fisch, mit Reis, Bohnen und Salat. Nach gut 2 Stunden und unendlichen Gesprächen war ich startklar für das Tagesziel, den Ort Manuel Antonio (angrenzend am Nationalpark, daher gleichnamig).


Trotz der Fülle an Hotels war es etwas mühsam einen Platz für die Nacht zu finden. Ich nahm mir etwas Zeit und fuhr wirklich diverse Häuser an und fragte Verfügbarkeit und Preise ab. Fast 1 Stunde später hatte ich keine Lust mehr und wollte nur noch raus aus der Lederjacke, an die Strandpromenade und den Sonnenuntergang bei einer pina colada genießen. Die Wahl fiel auf das eher bescheidene Coco Beach, aber die 40 USD pro Nacht waren maßgebend. Als nächstes hätte ich mir sonst zwei Backpacker-Häuser angeschaut... Das Hotel war unweit vom Strand und lag doch nicht direkt an der Promenade. Wäre nicht die Hauptstraße vor der Tür - was aber für sämtliche Hotels zutrifft, weil sie alle entlang der (einzigen) Straße liegen, die zum Nationalpark führt - wäre das Haus fast top!


Der Park öffnet um 7 Uhr morgens. Tatsächlich hatte ich mir kurz überlegt, die Wanderung gleich in der Früh anzugehen. Die Ruhe vor dem Sturm, denn der Park ist wirklich sehr gut besucht. Nicht umsonst reihen sich Hotels an Hotels entlang der Straße. Der Ort Manuel Antonio selbst besteht, so wie ich das vom Bike aus beurteilen konnte, nur aus Hotels und auch schon im Nachbarort Quepos waren diverse Übernachtungsmöglichkeiten ausgeschildert.


Es blieb bei der Überlegung. Mir war nicht nach Frühaufstehen. Wie schlimm kann es schon werden? Außerdem hat es auch seine Vorzüge: wenn sich irgendwo eine Menschenmasse aufhält (siehe Foto), dann muss es etwas zu sehen geben. Und da ich ohne Guide unterwegs war... Denn scheinbar lässt sich die Tierwelt nicht zu stark vom Andrang und Lärm stören. Der Start in den Tag begann daher gemütlich gegen 9 Uhr. Es war gut was los, aber es stellte sich später heraus, dass ein Großteil der Parkbesucher nur Einheimische sind, die an die 3 Strände wollen, die innerhalb des Parks liegen. Die Wanderung entlang der paar Trails, die vom Hauptweg wegführen, hat richtig Spaß gemacht; stellenweise wurde es sogar so dicht, dass ich mir Gesellschaft wünschte, weil ich mich schon fast einsam fühlte. Ich hatte aber Glück und mich fiel kein Tier an. Haha!


Die Zeit verging wie im Flug und fast planmäßig verließ ich gegen 15 Uhr den Park, um die letzten Stunden des Tages am Strand zu verbringen. Rein ins kühle Nass; der Tag war, mit 33 Grad Celsius, wirklich sehr heiß hier. Und der Pazifik alles andere, nur nicht kühl. Aber ich will mich nicht beschweren!











Die Familie, mit der ich mein Mittag vom Freitag in Matapalo verbrachte, hatte mir vorgeschlagen, eher den an der Karibikküste gelegenen Grenzübergang nach Panama zu nutzen (Sixaola). Ganz verwerfen wollte ich die Idee nicht, da bekanntlich der Grenzübergang von Paso Canoas im Westen (Pazifik) als chaotisch gilt. Es häufen sich die Berichte über stundenlanges Warten auf Stempel, die innerhalb einer Sekunde erteilt sind. Kürzlich hat dann auch noch mein Bekannter Dennis, den ich in Puntarenas getroffen hatte und mir 2-3 Tage voraus ist, bestätigt, dass er beinahe Wurzeln geschlagen hätte. Und dass man (neuerdings?) eine Reisekasse in Höhe von 500 USD verlangt hätte! Cash oder Kontoauszug. Rückflugticket wurde ebenfalls abgefragt. Ich hätte diese Grenze ja jetzt, da gewarnt, angehen können. Aber die Idee nun die Ostküste anzusteuern, dafür wieder die Panamericana in Richtung San José zu nehmen um dann kurz vorher auf die Nr. 10 durch die Cordillera Central Richtung Limón… Ja, das hatte etwas!


Gesagt, getan! Konnte mich mit der kurzfristigen Umdisponierung anfreunden. Wieder ging es die bereits bekannten mächtigen Pässe hoch, nur dieses Mal in die andere Richtung. Die Kältefront, die vor 2 Tagen von Mexiko runterkam, habe ich zu spüren bekommen, da es auf 2.800 Meter schon richtig frisch wurde. Fleecejacke und die besseren Handschuhe waren aber sofort griffbereit. Die Nr. 10 war dann ab Cartago (südöstlich von San José) wieder Neuland für mich und hat sich sowas von gelohnt. Gerade der letzte Abschnitt zwischen Turrialba und dem Tagesziel Siquirres zähle ich zu den schönsten Kilometern, die ich in Costa Rica gefahren bin. Es hat einfach alles gestimmt! Also an alle Biker hier: mitschreiben!


Und in ein paar Stunden geht es um die letzten Kilometer in Costa Rica. Panama soll ja auch nicht zu knapp kommen. Hoffentlich war es den Umweg wert, schließlich bin ich ja fast wieder bis nach San José zurückgefahren; ich verspreche mir eine reibungslose Abwicklung an der Grenze von Sixaolas. Entscheidend für die kurzfristige Planänderung war aber auch die Tatsache, dass ich mir als nächstes die Provinz Bocas del Toro (Panama) anschauen möchte. Alleine aus diesem Grund wäre der Umweg zumindest sinnig, da ich so genau im Nordosten Panamas einfahre und vermutlich eine erste Nacht auf dem Festland verbringen werde, in der Stadt Almirante, bevor es, je nach Planung, Laune und Wetter, auf eine der zahlreichen Inseln geht, die Bocas del Toro ausmachen und zu eines der beliebtesten Ziele Panamas aufblühen ließ. Im Rahmen karibischen Charmes werden auch hier erneut jede Menge Aktivitäten angeboten (Surfen, Schnorcheln, Tauchen, Bootsfahrten, usw.), die hoffentlich für mich nicht alle "ins Wasser fallen", da schließlich in Panama gerade Regenzeit vorherrscht.


 

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